Doch waren wir gestern schon begeistert, von dem was wir gesehen haben sind wir heute fasziniert. Es sind überall Höhlen und Räume zu sehen, das Gestein ist durchlöchert wie ein Schweizerkäse. Man kann noch deutlich erkennen wo einst die Feuerstellen waren, Treppen und Gänge, wir erfahren dass bis zu 30.000 Menschen hier unter der Erde gelebt haben. Jetzt ist ein riesiges Tal in das Gestein gewaschen und man kann erahnen wie tief einst das Tunnelsystem war. Wo sich die Bewohner gegen verschiedene Aggressoren versteckt hielten.

Nach mehrstündlicher Wanderung durch Höhlen und Täler und der Gewissheit nur ein kleiner Teil dieser einzigartigen Gegend gesehen zu haben, kehren wir zurück zur Basis.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zu einer voll erhaltenen unterirdischen Stadt, die erst vor wenigen Jahren gefunden wurde und man jetzt gegen eine geringe Gebühr besichtigen kann. Nach dem Bezahlen, klettern wir in oft nur 1m hohe Gänge hinab in die Vergangenheit. Die Gänge wurden um Feinde zurück zuhalten, mit Mühlsteinen zu gerollt. Das Besondere ist das diese Steine, aus einem anderen und härteren Gestein gehauen sind und erst nachträglich in die unterirdischen Gänge gebracht wurden. Diese können durchaus bis zu 600Kg wiegen, von all dem was wir sehen und lernen sind wir begeistert. Noch am selben Tag fahren wir weiter, ich habe ja nicht ewig Zeit, in 6Tagen geht mein Flieger und bis zum Meer ist es noch ein gutes Stück zu fahren. Die nächste Nacht verbringen wir irgendwo in den Bergen an einem kleinen Bach. Wir genießen die Ruhe, machen ein kleinen Hausputz und füllen an dem Brunnen unsere Wasservorräte wieder auf. Am Abend gibt es gegrillte Lammsteaks, danach sitzen wir noch lange am Lagerfeuer, morgen wollen wir an einem Platz am Meer stehen. Ich gebe noch mal Gas und so können wir gegen Nachmittag das erste Mal ins Wasser springen.

Jetzt müssen wir nur noch einen schönen Platz für die Nacht finden, wir sind ja jetzt verwöhnt und es stellt sich schwieriger raus als erwartet. Wir haben mit wenig gerechnet aber damit nun auch nicht. Aber nach langer Suche an der Küste entlang, haben wir doch noch einen schönen Campingplatz gefunden. Schnell noch Lammgehacktes gekauft, was einem in der Türkei vor den Augen durchgedreht wird, man weis also was man bekommt, und wir haben direkt am Wasser Stellung bezogen. In der Umgebung gab es außer massenhaft Hotels nicht viel zu sehen, also relaxen war angesagt. Abends gab es dann lecker gegrillte Köfte mit Tomate, Gurke und Knobisauce im Brot(viele Rezepte findet ihr bei meiner Rezepte Sammlung).

Doch lange hielt es uns nicht dort, es gab ja noch viel zusehen, also am nächsten Nachmittag Sachen zusammen packen und ab in die Berge. Wir wollen in  den Köprülü Nationalpark und sehen das wir dort ein paar schöne Plätze für die Nacht finden. Lang- und kurvenreich ist der Weg in den Park, mit schönen Ausblicken auf den Fluss der den Park durchfliest. Auf einem Kieselsteinfeld direkt am Wasser finden wir dann ein super Platz, wir entschließen uns die Nacht hier zu bleiben. Eingebettet von steil ansteigenden Bergen verbringen wir die Nacht.

Nach einer ausgiebigen Erkundungstour fahren wir weiter in den Canyon, um auf einem Platz der aussieht, als wäre es ein verlassener Park, natürlich wieder direkt am Wasser, unser Nachtlager auf zuschlagen.

Wir machen ausgiebige Touren durch die Berge und genießen die Ruhe. Doch was ist das?! Die Ruhe wird unterbrochen durch Massenanstürme von Urlaubern die das Wildwasser zum Raffting benutzen, und bei uns an Land gehen um die Römerbrücke zu bestaunen. Erst gegen Abend wird es wieder ruhig und wir fangen an unsere kleine Lammkeule zu grillen, dazu gibt es Bohnen in Tomatensauce und frisches Weißbrot.

Wir lassen den Abend mit einem knisternden Feuer ausklingen, kurz kommt noch der Parkranger mit vier Kollegen vorbei und ermahnt uns freundlich das Feuer klein zu halten, er sprach und verschwand wieder in die Nacht.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit kleinen Touren, Essen und Schwimmen in dem eiskalten Nebenflüsschen.

Nun sollte es aber weiter gehen, denn eins gab es ja noch zu sehen, bevor es wieder nach Hause geht. Wir wollten zur Bucht von Olympos südlich von Kemer. Denn dort in den Bergen gibt es die brennenden Chimäre. Nach dem Frühstück ging es los, in Antalya noch einmal alle Vorräte auffüllen, denn schließlich wollen wir ja noch was Leckeres kochen. Am Strand finden wir ein wunderschönen Patz, wo wir die letzten Tage bis zu meinem Rückflug verbringen. Wir wandern in die Berge wo wir die Chimäre noch besichtigen. Die Gelegenheit nutze ich noch über den offenen Flammen Rührei mit Schinken zu braten. Wir genießen den Blick in die Bucht, in der wir stehen und lassen uns das Rührei schmecken. Ansonsten verbringen wir die Zeit mit Schwimmen und Faulenzen, die letzten zwei Wochen waren spannend und lehrreich, aber auch anstrengend. Ich grille noch eine schöne kleine (1,2Kg) Lammkeule für das Abschiedsessen und mir wird bewusst dass die zwei Wochen mal wieder zu schnell umgegangen sind. Am nächsten Tag schlendern wir noch durch Antalya, meine Mutter und ich trinken noch ein Bier mit Blick aufs Meer. Die nächsten vier Wochen zurück nach Hause, muss mein Vater wieder fahren. Um 20Uhr geht der Flieger, 2 ½ Stunden später lande ich in Düsseldorf, es regnet.