Klein Asien und zurück!!

Jetzt ist wieder mal die Zeit gekommen, wo es endlich nach langer Planung losgeht.
Wir fahren am Dienstag, nachdem ich mir kurzfristig einen Tag Urlaub genommen habe, los. So haben wir noch genügend Zeit, uns in Italien auf zuhalten und uns Fano anzuschauen. Allerdings verbringen wir die erste Nacht in einer Pension in den österreichischen Alpen, es regnet und wir haben wirklich keine Lust unser Dachzelt an irgendeiner Straße aufzuklappen, also was soll es.
Am nächsten Morgen ging es Richtung Fano, die Stadt hat uns überzeugt, dass wir unbedingt mal Urlaub in Italien machen wollen. Versteht uns bitte nicht falsch, die Stadt ist wirklich kein Hit, aber wir konnten erahnen das es in diesem Land noch viele schöne Dinge zu entdecken gibt.

Nun ja, am Freitag den 13.6 (oha was für ein Datum) ging dann endlich die Fähre nach GR, bei strahlendem Sonnenschein und dem ein oder anderen Bierchen ging es dann auf das Schiff. Auch diesmal hatten wir echt Glück mit unserem Platz und konnten alles wie geplant aufklappen, super!! Nach getaner Arbeit schnell noch was zu Trinken einpacken und ab aufs Deck, beobachten wie es losgeht. Wie eben erwähnt, bei STRALENDEMSONNENSCHEIN sind wir auf das Schiff gefahren, jetzt, ich traue meinen Augen kaum, schüttet es aus Eimern, ach was schreib ich, aus Fässern, Ancona droht zu versinken, macht die Leinen los und gebt Gas, bete ich.
Zurück am Auto machten wir es uns gemütlich und lasen ein wenig in unseren Reiseführern.
Lara fragte mich plötzlich, ganz beiläufig, was denn die Grüneversicherungskarte sei. Ach du Sch….. denke ich, die liegt noch zu Hause und die brauchen wir um in die Türkei einzureisen.

Was nun? Wir Telefonieren erst einmal mit den Eltern! Alles kein Problem werden wir beruhigt, die faxen wir euch zu.
Gut denken wir und legen uns schlafen. Pünktlich um 7.00uhr kommen wir in Igoumenitsa an, erstmal ein Faxgerät suchen, schnell finden wir eins bei Expert und dazu noch jemanden der Deutsch spricht. Genauso schnell wie wir ein Gerät gefunden haben, wird uns von der Versicherung deutlich gemacht, dass ohne Original nix geht, einreisen und so, können wir vergessen!!
O.k wir beschließen, während wir ein Paar Blätterteig Teilchen (Bugatza) verputzen, dass wir nach Chalkidiki fahren und uns die Karte zu schicken lassen, wohin wissen wir noch nicht!!
Also geben wir gas, es ist bereits 10.00Uhr und wir wollen heute noch die Strecke schaffen, um am Wasser ein Platz zu finden. Landschaftlich ist die Fahrt durch die Berge einfach unglaublich schön und wir wünschten uns einmal mehr Zeit zu haben um auch hier noch einige Tage verbringen zu können. Nach anstrengenden Stunden kommen wir endlich an der Schildkröteninsel an, hier kenne ich mich aus, einige Male war ich hier schon mit meinen Eltern. Wir fahren die kleine Straße ca. 1km nach Porto Carras rechts ab.
Diese führt direkt am Wasser entlang zu unzähligen kleinen Buchten, leider kann man die Meisten nicht mit dem Auto erreichen. Nach einigen Km, der Asphalt ist schon laaange zu Ende, finden wir einen schönen Strand, dort stehen auch schon zwei andere Mobile. Wir entschließen uns zu bleiben, gerade kochen die Nudeln, da kommt auch schon der erste Besuch. Ein Kölner der mit Frau und Tochter unterwegs ist, macht uns darauf aufmerksam das hier mal ein Campingplatz war und man noch Wasser bekommt, gleichzeitig lädt er uns auf ein Bier zu sich ans Auto ein. Wirklich nett, aber nach der anstrengenden Fahrt haben wir keine Lust mehr und sagen den dreien für den Abend ab, morgen gerne!!
Wir genießen den ersten Urlaubstag in vollen Zügen, leider fährt der Besuch von gestern Abend heute weiter und es wird nichts aus dem Treffen. Am nächsten Tag, kaufen wir ein und lassen uns nur einige hundert Meter weiter in einer kleinen einsamen Bucht, für den restlichen Tag nieder.
In der zwischen Zeit haben wir uns umgeschaut um eine geeignete Adresse zu finden und haben auch eine kleine Pension gefunden, deren Besitzer Deutsch sprechen, die Beiden waren so nett uns ihre Adresse zu geben. Jetzt liegt es an meinem Vater uns die Versicherungskarte zu zuschicken. Da wir jetzt ja noch mindestens bis Freitag hier bleiben müssen, machen wir uns auf die Suche nach einer Stelle, wo wir ein paar Tage relaxen können.
Diese finden wir auch recht schnell, ein atemberaubender Blick in eine Traumbucht lässt uns den Schotterweg in Angriff nehmen.
Unten angekommen, spricht uns schnell der Besitzer des Sprinters an, den wir von oben schon gesehen haben.
Nach kurzem kennen lernen, verbringen wir vier super Tage mit Ivo, Katja und dem kleinen Gabriel, hier noch mal schöne Grüße an euch drei, war eine schöne Zeit mit euch.
Freitag sind wir nach einer stürmischen Nacht,  schon früh auf den Beinen und sitzen bei der Pension im Café und warten auf unsere Papiere. Diese kommen gegen 12Uhr an, sofort düsen wir los Richtung Istanbul.
Am nächsten Tag erreichen wir die mega City und steuern direkt unsere Koridinaten für den Laondra Camp an GPS:E 28°50’0“/N40°59’28“
Bei einem Preis von 18€ pro Nacht bleibt uns das Gesicht stehen aber wohin, also bleiben wir auf diesem bewachten Parkplatz stehen.
Für drei Tage tauchen wir ein in eine, für uns unbekannte Welt voller Exotik, gutem Essen und netten Menschen. Wir sind begeistert und sind nicht das letzte Mal, in dieser Stadt gewesen. Nach drei Tagen Großstadtdschungel sind wir geschafft und sehnen uns nach einem ruhigen Plätzchen am Schwarzen Meer.
Dort finden wir ein riesigen Strand, wo wir bleiben können, dass Wasser ist glasklar, allerdings liegt soviel Müll rum das es uns am nächsten Tag schon weiter zieht.
Wir fahren und fahren, finden aber nix. In jeder Bucht die man über km lange Schotterwege anfährt sind Picknickplätze irgendwann sind wir es leid, ein Platz zu suchen wo wir einsam und Ruhig stehen können.
Im Nachhinein hätten wir an unserem schönen Strand bleiben sollen und den Müll in Sichtweite lieber weg räumen sollen. Zu spät, jetzt stehen wir auf einem Campingplatz (wenn man denn dazu Campingplatz sagen kann) wo wir  2,50€ zahlen, erst sind wir ein bisschen enttäuscht, da wir lieber alleine stehen, aber es stellt sich schnell heraus das es Glück im Unglück war.
Durch eine SMS aus der Heimat erfahren wir, dass heute die Türkei gegen Deutschland spielt. Jetzt freuen wir uns das Spiel mit unseren Türkischen Zeltnachbarn anzuschauen und das war ein ganz besonderes Erlebnis!!
Erstes Tor der Türken, Jubel ………dann das Gegentor, Stille, aber ich jubel Lara ermahnt mich, sei still hör auf, ach was sag ich.
Dann, wir kriegen es kaum mit, schießen wir das 2:1 ich beiß mir auf die Zunge um nicht laut zu schreien, somit freue ich mich leise. Noch ist das Spiel nicht vorbei und dann fällt auch das Gegentor, neeeiiiin denke ich, wieder Gebrüll und Gejubel, lange Nasen.
Eine Frau lacht uns zu und jubelt am lautesten, aber die Freude hält zum Glück nicht lange an, denn unsere Jungs legen nach und schießen uns in letzter Minute zum Sieg.
Die Frau, der das Jubeln vergangen ist, ist die erste die in der Dunkelheit verschwindet. Ich freu mich und einige Männer kommen auf mich zu, schütteln mir die Hand gratulieren mir, ich freu mich hier zu sein!!
Am nächsten Tag, nach einem aufregendem aber problemlosen Grenzübergang erreichen wir am Abend den Campingplatz in Bukarest.
Wir sind total enttäuscht von dieser Stadt, laut, dreckig und an diesem Tag auch noch unerträglich heiß.
Wir entschließen uns das zweitgrößte Gebäude der Welt einmal zu umrunden dazu brauchen wir aber schon fast 11/2h. Danach sind wir platt und setzen uns nach einer Empfehlung im Reiseführer, in ein schönes Brauhaus und erholen uns in der kühlen, ruhigen Umgebung von dem anstrengenden Tag.

Die nächsten zwei Tage entspannen wir an einem schönen Stausee in den Karparten GPS: E 24°36’7“ / N 45°26’12“ in der nähe von Padurea Capatinii.
Super Platz, wenn man von dem Müll absieht, der einfach überall rum liegt, sehr schade!!
Auch am Wochenende sollte man diesen Platz meiden, denn dann sind viele Rumänen da, die dort dicke Partys feiern und man kommt irgendwie nicht zu Ruhe.

Als nächstes steht die Eishöhle auf unserem Programm, ein 7km langer Schotter und Geröll Weg, von dem man uns abgeraten hat, ihn mit unserem Wagen zu fahren.

Aber nicht ganz ohne Hintergedanke, denn der Herr, fuhr für ca. 40€ pro Fahrt mit seinem Jeep zur Höhle und hoffte uns abzuhalten mit seinen Horrorgeschichten. Aber nicht mit uns und schon gar nicht wo wir herkommen, denken wir und nehmen den Weg in Angriff.
Oben Lachen wir uns schlapp und staunen nicht schlecht, als wir sehen mit was für Autos die Leute alles hier hochgefahren sind und uns wollte man weismachen wir kämen nicht da hoch. Ok. Der Jeep überholte uns nach ca. 10min aber viel schneller waren die dann auch nicht.
Die Höhle, die uns erwartet hat, ist die Auffahrt nicht wert, man steigt auf einer wackeligen und rutschigen Treppe etwa 150m in die tiefe und unten angekommen geht man bei 0 Grad etwa 10min über einen Holzsteg, der auf einer ca. 200m dicken Eisschicht gebaut ist, im Kreis.

Uns hat es jedenfalls nicht umgehauen, wir suchen noch schnell ein Platz für die Nacht, den wir auch abseits der Straße finden. Hier genießen wir den Rest des Tages und hauen abends ein paar dicke, in Bier eingelegte (wie die Schaschliks) Schweinekoteletts auf den Grill, noch lange sitzen wir am Lagefeuer und genießen die Stille. 
Wir überlegen lange ob wir uns noch die Bärenhohle anschauen wollen und entschließen uns für den Besuch.
Wir sind total begeistert eine riesige Höhle überrascht uns in der noch Knochen von längst ausgestorbenen Bären liegen, unglaubliche Kalk Tropfstein  Formationen lassen uns staunen. Diese Höhle können wir empfehlen!!
GPS: E 22°33’55“ / N 46°33’22“
Jetzt haben wir noch eine Woche Zeit, 2 Tage bleiben wir noch auf einem schönen Campingplatz in Ungarn stehen, bevor wir uns auf nach Budapest machen. Uns wird bewusst, dass wir uns viel zu viel vorgenommen haben, die eine Woche Wartezeit, war so nicht geplant und trotzdem wollten wir noch alles sehen.
Wir beschränken uns also darauf, uns mit einer Stadtrundfahrt zu begnügen und verbringen mehr Zeit in Cafes. Man kann schließlich nicht alles sehen. In Wien fahren wir den ganzen Tag mit der Straßenbahn und schlendern gemächlich von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, wir merken, wir brauchen Urlaub.
Den machen wir dann auch noch die letzten Tage und genießen das leckere Essen und Trinken in München. Am 12.07.08 fahren wir nach 6800km wieder auf den Hof in Gevelsberg, wir haben eine unglaubliche Reise hinter uns.
Jedes einzelne Land hat uns begeistert, wir haben durchweg gute Erfahrungen gemacht und viele nette Menschen auf dieser Reise kennen gelernt. Aber beim nächsten Urlaub nehmen wir uns mehr Zeit.